Fensterdichtung selbst wechseln: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Hausbesitzer
Es zieht am Fenster, Außengeräusche sind stärker zu hören oder die alte Fensterdichtung ist hart und rissig geworden? Dann kann es sinnvoll sein, die Fensterdichtung zu wechseln.
Bei einem ansonsten intakten Fenster lässt sich eine verschlissene Dichtung häufig selbst austauschen. Entscheidend ist allerdings, dass Sie das richtige Dichtungsprofil verwenden. Denn Fensterdichtung ist nicht gleich Fensterdichtung.
In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine Fensterdichtung selbst wechseln, woran Sie eine verschlissene Dichtung erkennen und wie Sie die passende Ersatzdichtung finden.
Wann sollte man eine Fensterdichtung wechseln?
Fensterdichtungen sind dauerhaft mechanischer Belastung sowie wechselnden Temperaturen und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Mit zunehmendem Alter kann das Material seine Elastizität verlieren.
Typische Anzeichen für eine verschlissene Dichtung am Fenster sind:
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Risse oder poröse Stellen
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hart oder spröde gewordenes Material
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dauerhaft zusammengedrückte Bereiche
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geschrumpfte Dichtungen und Lücken in den Ecken
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Dichtung löst sich aus der Nut
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spürbare Zugluft trotz geschlossenem Fenster
Die Verbraucherzentrale nennt bei undichten Bestandsfenstern sowohl das Nachjustieren der Fenster als auch das Anbringen neuer Dichtungen als mögliche Maßnahmen.
Wichtig: Zugluft bedeutet nicht automatisch, dass Sie die Fensterdichtung erneuern müssen. Ist die Dichtung noch elastisch und unbeschädigt, kann auch eine falsche Fenstereinstellung oder ein zu geringer Anpressdruck die Ursache sein.
Quelle: Verbraucherzentrale, „Fenster sanieren oder austauschen: Darauf sollten Sie achten“.
Kann man Fensterdichtungen selbst austauschen?
Bei vielen Fenstern: ja.
Ist eine eingesteckte Fenster Gummidichtung verschlissen und das passende Ersatzprofil verfügbar, können handwerklich geschickte Hausbesitzer den Austausch häufig selbst durchführen.
Schwieriger wird es, wenn das Fenster beschädigt oder verzogen ist, Beschläge defekt sind oder sich die vorhandene Dichtung nicht eindeutig bestimmen lässt.
In solchen Fällen sollte zunächst geklärt werden, woher die Undichtigkeit tatsächlich kommt.
Fensterdichtung wechseln: Das benötigen Sie
Für den Austausch brauchen Sie normalerweise nur wenige Hilfsmittel:
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passende neue Fensterdichtung
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Schere oder geeignetes Schneidwerkzeug
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weiches Tuch
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eventuell einen Kunststoffspatel
Der wichtigste Punkt auf dieser Liste ist allerdings nicht das Werkzeug, sondern die richtige Fensterdichtung.
Schritt 1: Die richtige Fensterdichtung bestimmen
Bevor Sie die alte Dichtung vollständig entfernen, sollten Sie das vorhandene Profil bestimmen.
Gerade bei älteren Fenstern ist der Hersteller häufig nicht mehr bekannt. Dann hilft der Querschnitt der alten Dichtung.
Entnehmen Sie vorsichtig ein kurzes Stück und betrachten Sie das Fensterdichtung Profil von der Seite.
Achten Sie insbesondere auf:
Profilform: Wie ist der sichtbare Dichtungskörper aufgebaut?
Dichtungsfuß: Wie wird die Dichtung in der Nut befestigt?
Abmessungen: Wie breit und hoch ist das Profil?
Nut: Welche Abmessungen besitzt die Aufnahme im Fenster?
Eine Kunststofffensterdichtung kann äußerlich einer anderen Dichtung sehr ähnlich sehen und trotzdem nicht passen.
Dasselbe gilt für eine Holzfensterdichtung.
Deshalb sollten Sie eine Ersatzdichtung nicht allein nach Farbe oder sichtbarer Breite auswählen.
Schritt 2: Alte Fensterdichtung entfernen
Haben Sie das richtige Ersatzprofil bestimmt, können Sie die alte Dichtung entfernen.
Beginnen Sie an einer gut erreichbaren Stelle und ziehen Sie die Dichtung vorsichtig aus ihrer Nut.
Arbeiten Sie langsam.
Bei sehr alten Dichtungen kann das Material hart oder brüchig sein und beim Herausziehen reißen. Achten Sie deshalb darauf, dass möglichst keine Dichtungsreste in der Nut zurückbleiben.
Bewahren Sie außerdem ein Stück der alten Dichtung als Vergleichsmuster auf.
Schritt 3: Dichtungsnut reinigen
Bevor die neue Dichtung für das Fenster eingesetzt wird, sollte die Nut sauber sein.
Entfernen Sie Staub, Schmutz und Reste der alten Dichtung. Ein weiches Tuch und ein mildes Reinigungsmittel reichen häufig aus.
Aggressive Reiniger oder ungeeignete Lösungsmittel sollten Sie vermeiden, da sie Oberflächen und Dichtungsmaterialien angreifen können.
Lassen Sie den gereinigten Bereich anschließend trocknen.
Schritt 4: Neue Fensterdichtung einsetzen
Nun können Sie die neue Fensterdichtung einsetzen.
Drücken Sie den Dichtungsfuß gleichmäßig in die dafür vorgesehene Nut und arbeiten Sie sich Stück für Stück am Fenster entlang.
Dabei gilt eine wichtige Regel:
Die Fensterdichtung nicht unnötig in die Länge ziehen.
Wird die Dichtung bei der Montage stark gedehnt, kann sie sich später wieder zusammenziehen. Dadurch können insbesondere an Übergängen Lücken entstehen.
Die Dichtung sollte deshalb möglichst spannungsfrei eingesetzt werden.
Schritt 5: Ecken sorgfältig ausführen
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Ecken.
Hier entscheidet die Konstruktion des jeweiligen Fensters darüber, wie die Dichtung geführt beziehungsweise gestoßen werden sollte. Orientieren Sie sich möglichst am ursprünglichen Dichtungsverlauf.
Schneiden Sie die neue Fensterdichtung außerdem nicht unnötig kurz.
Entstehen an den Übergängen Lücken, kann dort später wieder Luft eindringen. Mit dem Flinken Winkel von Dikara können Sie die Dichtungen im richtigen Winkel zuschneiden.
Schritt 6: Fenster schließen und Funktion prüfen
Nach dem Einsetzen der neuen Dichtung schließen Sie das Fenster vorsichtig.
Achten Sie darauf, wie sich der Fenstergriff bedienen lässt.
Das Fenster sollte sauber schließen und die neue Dichtung gleichmäßig anliegen.
Müssen Sie plötzlich ungewöhnlich viel Kraft aufwenden, um das Fenster zu schließen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Fensterdichtung nicht zum Fenster passt oder nicht korrekt eingesetzt wurde.
Eine dickere Dichtung ist nicht automatisch eine bessere Dichtung.
Schritt 7: Dichtheit kontrollieren
Abschließend sollten Sie überprüfen, ob das Fenster gleichmäßig schließt.
Dafür können Sie beispielsweise den einfachen Papiertest verwenden.
Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Fensterflügel und Rahmen und schließen Sie das Fenster. Prüfen Sie anschließend an mehreren Stellen, wie leicht sich das Papier herausziehen lässt.
Große Unterschiede können auf einen ungleichmäßigen Anpressdruck hinweisen.
Zieht das Fenster trotz neuer Dichtung weiterhin, sollte deshalb die Fenstereinstellung beziehungsweise der Zustand der Beschläge geprüft werden.
Häufiger Fehler: Einfach eine dickere Fensterdichtung kaufen
Wenn ein Fenster undicht ist, erscheint die Lösung zunächst logisch:
Je dicker die Fensterdichtung, desto dichter das Fenster.
So einfach ist es jedoch nicht.
Eine ungeeignete Dichtung kann dazu führen, dass sich das Fenster nur noch schwer schließen lässt oder die Beschläge unnötig belastet werden.
Entscheidend ist deshalb nicht die größtmögliche Dichtung, sondern das passende Dichtungsprofil.
Das gilt sowohl für eine Fensterdichtung am Kunststofffenster als auch für eine Fensterdichtung am Holzfenster.
Fensterdichtung wechseln oder Fenster einstellen?
Diese Unterscheidung spart häufig unnötige Arbeit.
Fensterdichtung wechseln:
wenn die Dichtung hart, rissig, geschrumpft, beschädigt oder dauerhaft verformt ist.
Fenster einstellen:
wenn die Dichtung noch intakt ist, der Fensterflügel aber nicht mehr gleichmäßig am Rahmen anliegt.
Fachbetrieb hinzuziehen:
wenn Beschläge, Rahmen oder andere Bauteile beschädigt sind oder sich die Ursache der Undichtigkeit nicht eindeutig feststellen lässt.
Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt bei undichten Bestandsfenstern sowohl die Korrektur der Fenstereinstellung als auch das Erneuern der Dichtungen.
Welche Fensterdichtung brauche ich?
Das ist beim Selberwechseln häufig die schwierigste Frage.
Im Laufe der Jahre wurden unzählige unterschiedliche Dichtungsprofile verwendet. Selbst optisch ähnliche Fenster können unterschiedliche Dichtungen benötigen.
Wenn Sie eine Fensterdichtung kaufen, sollten Sie deshalb insbesondere Profilquerschnitt, Abmessungen und Dichtungsfuß vergleichen.
Bei älteren Fenstern kann ein Muster der vorhandenen Dichtung besonders hilfreich sein.
Passende Fensterdichtung bei Dikara finden
Dikara – der Dichtungskönig unterstützt Sie bei der Suche nach der passenden Ersatzdichtung.
Im Sortiment finden Sie unterschiedliche Kunststofffensterdichtungen, Holzfensterdichtungen und weitere Dichtungsprofile für verschiedene Fenstersysteme.
Wenn Sie nicht wissen, welche Fensterdichtung Sie benötigen, kann unsere Beratung dabei helfen, das vorhandene Profil mit geeigneten Ersatzdichtungen zu vergleichen.
Denn beim Fensterdichtung wechseln entscheidet vor allem eines über das Ergebnis:
Die neue Dichtung muss zum Fenster passen.
Fazit: Fensterdichtung selbst wechseln ist oft möglich
Eine verschlissene Fensterdichtung bedeutet nicht automatisch, dass ein neues Fenster notwendig ist.
Ist das Fenster technisch in Ordnung und lediglich die Dichtung hart, rissig oder verformt, können Sie die Fensterdichtung häufig selbst austauschen.
Gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor:
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vorhandenes Dichtungsprofil bestimmen,
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passende Fensterdichtung auswählen,
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alte Dichtung entfernen,
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Nut reinigen,
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neue Dichtung spannungsfrei einsetzen,
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Ecken und Übergänge kontrollieren,
-
Fenster schließen und Dichtheit prüfen.
Zieht das Fenster anschließend weiterhin, sollte nicht einfach die nächste Dichtung ausprobiert werden. Dann können Fenstereinstellung, Beschläge oder andere Bauteile die Ursache sein.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, eine Fensterdichtung zu wechseln?
Bei einem gut zugänglichen Fenster und bereits bestimmtem Ersatzprofil kann der eigentliche Austausch relativ schnell erledigt sein. Die größte Herausforderung ist häufig nicht die Montage, sondern die Auswahl der passenden Fensterdichtung.
Kann man eine Fensterdichtung selbst wechseln?
Bei vielen eingesteckten Fensterdichtungen ist das möglich. Bei beschädigten Fenstern, problematischen Beschlägen oder unklarer Ursache der Undichtigkeit sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
Woher weiß ich, welche Fensterdichtung ich brauche?
Vergleichen Sie insbesondere Profilquerschnitt, Abmessungen und Befestigung beziehungsweise Dichtungsfuß. Bei unbekannten Fenstersystemen kann ein Muster der alten Dichtung bei der Identifikation helfen.
Warum zieht das Fenster trotz neuer Dichtung?
Mögliche Ursachen sind ein falsches Dichtungsprofil, eine fehlerhafte Montage, ein ungleichmäßiger Anpressdruck, falsch eingestellte oder beschädigte Beschläge oder ein undichter Anschluss zwischen Fenster und Gebäude.
Quellen
Verbraucherzentrale – „Fenster sanieren oder austauschen: Darauf sollten Sie achten“
Informationen zu undichten Bestandsfenstern, dem Nachjustieren von Fenstern und dem Erneuern von Dichtungen.
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/energetische-sanierung/fenster-sanieren-oder-austauschen-darauf-sollten-sie-achten-13878
Verbraucherzentrale – „Neue Fenster: Wie planen Sie energieeffizient und sicher?“
Informationen zu Fenstern, Wärmeschutz, fachgerechter Planung und energetischer Qualität.
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/energetische-sanierung/neue-fenster-wie-planen-sie-energieeffizient-und-sicher-54798
ift Rosenheim – Institut für Fenstertechnik e. V.
Fachinformationen rund um Fenster, Türen, Beschläge, Dichtheit und Bauteilqualität.
https://www.ift-rosenheim.de/


